Wenn der ganze Raum zum Kunstwerk wird: die beeindruckendsten Installationen aus Hamburgs Offspaces.
Ein Künstlerkollektiv verwandelte den gesamten Innenhof des Gängeviertels in ein begehbares Lichtlabyrinth. Hunderte LED-Stränge bildeten Wände aus Licht in der Dunkelheit. Der Grundriss veränderte sich jede Nacht durch eine programmierte Choreografie.
Die Installation war vier Wochen lang zugänglich. Tausende Besucherinnen durchstreiften die leuchtenden Gänge. Manche kamen mehrfach um unterschiedliche Konfigurationen zu erleben.
Unter einer Alsterbrücke installierte eine Künstlerin ein System aus Wassertropfen und Resonanzkörpern. Jeder Tropfen erzeugte einen Klang der durch die Brückenarchitektur verstärkt wurde. Die Elemente der Stadt wurden selbst zum Instrument.
Die Arbeit existierte nur bei Regen. An trockenen Tagen blieb die Installation stumm. Diese Abhängigkeit vom Wetter machte jeden Klangmoment einzigartig und kostbar.
Eine verlassene Fabrikhalle in Wilhelmsburg wurde von innen mit einem Netz aus Baumwollbändern ausgekleidet. Die Struktur bildete einen riesigen Kokon in dem Besuchende Platz nehmen konnten. Von innen betrachtet verwandelte sich die Industriearchitektur in eine organische Höhle.
Die Bänder stammten aus einer Spendenaktion im Stadtteil. Anwohnerinnen brachten Stoffreste und alte Kleidungsstücke vorbei. So wurde das Werk buchstäblich aus dem Material der Nachbarschaft gewebt.
Ein ehemaliger Luftschutzbunker in Eimsbüttel wurde mit hunderten Spiegelfragmenten ausgekleidet. Der enge Raum vervielfältigte sich optisch ins Unendliche. Besucherinnen verloren die Orientierung und fanden sich in einer endlosen Spiegelwelt wieder.
Die Installation war nur in Kleingruppen zugänglich. Das Erlebnis dauerte genau zehn Minuten. In dieser Zeit veränderte eine programmierte Beleuchtung die Atmosphäre von kalt und blau zu warm und golden.